In sehr vielen Fällen liegt die Ursache für den Ausfall einer älteren Ölheizung entweder beim Ölbrenner oder bei der Steuerung. Mit etwas technischem Verständnis und Geduld kann man den Fehler finden und die Heizung wieder zum Leben erwecken. Diese Seite zeigt Schritt für Schritt, wie man die Fehlersuche angeht – von der einfachen Sichtprüfung bis zur Messung mit dem Multimeter.
Sicherheitshinweis: An Ölbrenner und Steuerung liegen 230 V an. Vor allen Arbeiten die Heizung am Hauptschalter ausschalten und den Ölhahn schließen. Messungen unter Spannung nur durchführen, wenn man Erfahrung im Umgang mit Netzspannung hat – im Zweifel eine Elektrofachkraft oder den Heizungsbauer hinzuziehen. Nach Arbeiten an Düse, Ölpumpe oder Mischeinrichtung sollte ein Fachbetrieb die Verbrennung per Abgasmessung kontrollieren.
Bevor man mit der eigentlichen Fehlersuche beginnt, sollte man die folgenden Punkte überprüfen:
- Schalter der Heizung
- Hauptschalter am Eingang zum Heizungsraum
- Ölstand, Ölleitung, Ölfilter
Sind diese Punkte in Ordnung, geht es an die Eingrenzung der Ursache. Zu den typischen Problemen gehören die nachfolgenden Punkte.
Die häufigsten Ursachen im Überblick
Die Tabelle hilft bei der ersten Eingrenzung: Welches Symptom zeigt die Heizung, und welche Anleitung passt dazu?
| Symptom | Wahrscheinliche Ursache | Passende Anleitung |
|---|---|---|
| Brenner zeigt Störung an, rote Lampe leuchtet | Brennerstörung, z. B. Kondensator, Ölvorwärmer oder Feuerungsautomat | Störungssuche am Buderus BRE/BDE Ölbrenner |
| Brenner brummt nur, läuft nicht an | Anlaufkondensator defekt | Anlaufkondensator prüfen und wechseln |
| Brenner pfeift oder ist laut geworden | Verschlissene Kugellager im Brennermotor | Ölbrenner pfeift oder brummt: Ursachen |
| Heizung komplett tot, keine Anzeige | Sicherung ausgelöst oder STB | Sicherung und STB prüfen |
| Heizung wird nicht warm, Brenner läuft | Regelung oder Temperaturfühler | Temperaturfühler und Steuerung testen |
Ölheizung zeigt Störung an: Brenner entriegeln
Das erkennt man daran, dass die rote Störlampe am Ölbrenner aufleuchtet. In diesem Fall drückt man zuerst den beleuchteten Entstörknopf am Feuerungsautomaten für etwa eine Sekunde. Der Brenner startet dann einen neuen Anlauf. Wichtig: maximal zwei bis drei Entstörversuche – sonst drückt man unverbranntes Öl in den Brennraum.
Geht der Brenner danach wieder auf Störung, liegt ein echter Defekt vor. Häufige Ursachen sind der Anlaufkondensator, der Ölvorwärmer, der Feuerungsautomat oder das Magnetventil. Am Beispiel eines Buderus BRE/BDE Ölbrenners zeigt die ausführliche Anleitung, wie man den Fehler mit dem Multimeter Schritt für Schritt eingrenzt:
Störungssuche am Buderus BRE/BDE ÖlbrennerHeizung komplett tot: Sicherung und STB prüfen
Wenn weder die Displayanzeige noch eine LED andeutet, dass die Heizungssteuerung Strom bekommt, kann es sein, dass eine Sicherung ausgelöst wurde. Oft ist dann auch die Wahrscheinlichkeit groß, dass ein Defekt an der Anlage vorliegt.
- Als Erstes sollte man die Hauptsicherung im Sicherungskasten des Hauses überprüfen.
- In manchen Steuerungen sind zusätzlich Sicherungen verbaut. Dies ist dann aus dem Schaltplan der Steuerung ersichtlich.
Wurde eine Sicherung ausgelöst, kann die Ursache bei diesen Bauteilen liegen:
- Umwälzpumpe
- Zirkulationspumpe
- Ölbrenner
- Stellmotor am Mischer
- Stellmotor an der Abgasführung
- Die Steuerung ist kaputt
Es kann auch vorkommen, dass der Sicherheits-Temperatur-Begrenzer (STB) ausgelöst wurde. Das passiert, wenn die Kesseltemperatur über 90 °C gestiegen ist. Die Ursache könnte eine defekte Umwälzpumpe sein, die das heiße Wasser nicht mehr aus dem Kessel abtransportiert. Löst der STB nach dem Zurücksetzen erneut aus, sollte man nicht weiter selbst probieren, sondern den Fachbetrieb rufen.
Brenner springt nicht an: Temperaturfühler und Steuerung testen
Wenn die Displayanzeige oder eine LED andeutet, dass die Heizungssteuerung Strom bekommt, aber der Ölbrenner dennoch nicht anspringt, dann:
- kann es sein, dass nur ein Temperaturfühler defekt ist. Man kann dann einfach den Widerstandswert mit einem Multimeter nachmessen. Den richtigen Wert findet man in der Dokumentation der Steuerung.
- Oder oft ist auch nur ein Relais in der Steuerung der Übeltäter. Hierzu überprüft man mit dem Multimeter, ob die Kontakte T1 und T2 am Brennerstecker geschlossen sind, wenn die Steuerung den Brenner anfordert.
Ein defekter Fühler kann sich übrigens auch anders zeigen: Misst er die Kesseltemperatur falsch, regelt die Steuerung den Brenner zur falschen Zeit – die Heizung wird dann nicht richtig warm, obwohl scheinbar alles läuft. Auch in diesem Fall lohnt es sich, die Widerstandswerte der Fühler nachzumessen.
Was kostet die Reparatur?
Repariert man selbst, fallen oft nur Materialkosten von wenigen Euro an – zum Beispiel für eine neue Öldüse oder einen Anlaufkondensator. Beides sind günstige Standardteile, die man ohne Spezialwerkzeug wechseln kann.
Teurer wird es, wenn der Brennermotor komplett getauscht werden muss: Ein neuer Motor kostet mehrere hundert Euro. Sind nur die Kugellager verschlissen – erkennbar daran, dass der Brenner pfeift oder laut geworden ist –, ist der Lagerwechsel die deutlich günstigere Alternative. Wie das geht, zeigt die Anleitung Kugellager am Buderus BRE/BDE Brennermotor wechseln. Für Viessmann-Brenner gibt es die passende Anleitung hier: Lagerwechsel am Viessmann VE Ölbrenner.
Beauftragt man stattdessen einen Heizungsbauer, kommen zu den Ersatzteilen noch Anfahrt und Arbeitszeit dazu.
Wann gehört der Fehler in Profihände?
So viel man an einer alten Ölheizung selbst machen kann – in diesen Fällen sollte man einen Fachbetrieb beauftragen:
- Der STB hat wiederholt ausgelöst. Dann stimmt etwas Grundsätzliches an der Anlage nicht, und einfaches Zurücksetzen behebt die Ursache nicht.
- Arbeiten am Pumpendruck oder an den Abgaswerten. Nach Arbeiten an Düse, Ölpumpe oder Mischeinrichtung sollte ein Fachbetrieb die Verbrennung per Abgasmessung kontrollieren.
- Es riecht nach Öl oder eine Ölleitung ist undicht. Undichte Ölleitungen gehören sofort in fachkundige Hände.
Alles andere – Kondensator, Öldüse, Kugellager oder ein Temperaturfühler – kann ein geübter Heimwerker mit den Anleitungen auf dieser Website gut selbst erledigen.